RELATIONSHIP BLOG

Verfasst von Berta Schreckeneder | Kategorien: Beziehungen in Organisationen, Beziehungen zu anderen, Beziehungen zu sich selbst

Ich war heute Morgen einer Frau auf LinkedIn sehr dankbar, die meinen Kommentar zu einem Post von Dr. Lieske, der sich mit Tod beschäftigt hat, kommentierte.

Es war sehr liebevoll geschrieben, kein Vorwurf, eher eine Bitte an mich. Konkret ging es der Frau darum, dass wir als Coaches das Geschäftliche mal rauslassen sollten und es in der Krise darum geht, sich als Menschen auf sich selbst zu besinnen.

Ich habe darauffolgend geantwortet.

Ja, ich verstehe was du meinst … auch weil ich annehme, dass du dich auf dich besinnen kannst. Aber viele können das nicht.

Sonst wären wir nicht da wo wir sind. Schau auf die Erde, die Tiere, die Armut mitten in einer Stadt. Ich stehe dazu gerne, dass ich, wie viele andere KollegInnen jetzt helfen können, sich zu besinnen und sich zu lieben. Damit lebe ich meine Mission als Coach.

Nein, es geht nicht ums Geschäft, sondern um die Menschen. Sonst wären nicht ich und so viele KollegInnen bereit kostenfrei in Notsituationen zu arbeiten. Bei Menschen, die über die finanziellen Mittel verfügen und eben Angst haben, arbeite ich auch jetzt nicht kostenfrei.

Und wenn ich den Geschäftsaspekt für alle in meiner Branche dann doch aufgreifen darf, dann so: Jeder verkauft nichts anderes als seine Arbeit… auch du. Aber angestellt braucht man nicht so viel auf sich aufmerksam machen oder nur im eigenen Umfeld. Das Geld kommt. Ob angestellt oder freiberuflich, die meisten Menschen machen einen guten Job und nicht jeder spricht dabei über seine Leistungen. Und jeder hat das Recht Geld für seine Arbeit zu bekommen.

Ich füge hier im Blog noch folgendes dazu aus:

Ich empfehle keinem Kollegen, keiner Kollegin kostenfrei zu arbeiten für Menschen, die finanziell gut abgesichert sind. Denn jeder Coach, jeder Therapeut ist selbst vielleicht Elternteil und jeder hat finanzielle Verpflichtungen.

Und doch: Es gibt Menschen, Familien in Not ist, wo man jetzt helfen kann. Es gibt einige Beispiele auf LinkedIn, die von sich aus und ganz offen anbieten, kostenfrei zu helfen. Ein erfolgreiches Geschäftspaar, Anke Röder und ihr Mann, bieten bis Ende April ihre Leistung kostenfrei an.

Und ich frage ArbeitnehmerInnen und Führungskräfte, die es jetzt vielleicht als störend empfinden, wenn wir unsere Kompetenz als Weg Begleiterinnen auch in Notsituationen zeigen, ob sie für ihre Unternehmen, die unter Umständen durch Corona in Schwierigkeiten geraten, auch kostenfrei zu arbeiten bereit sind.

 

Und ergänzend zum Kommentar der Frau, der ich für ihre Worte wirklich dankbar bin, denn sonst könnte ich dazu nicht schreiben:

Wenn man das Geschäftliche draußen lässt, dann wird kein Post mehr auf LinkedIn stehen. Auch gibt es immer Gewinner von Krisen, die Selbstständigen und Freiberufler sind es in der Regel nicht. Im Gegenteil, sie gehören zu der Gruppe von Berufstätigen, die sehr viel geben. Kein Selbstständiger/Freiberufler sollte sich unrund fühlen, seine Kompetenz gerade jetzt zu zeigen und sein Angebot darzustellen.

Coaching und Therapie sind dringend benötigte Leistungen in der Gesellschaft, die sich menschlicher verhalten kann, als sie es seit langer Zeit tut.  

Vielleicht trauen sich gerade jetzt die Coaching-Verbände nach vorne und weisen auf ihre guten Coaches hin, die in dieser Zeit Unterstützung bieten können.

 

 

 

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