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Verfasst von Berta Schreckeneder | Kategorien: Beziehungen zu sich selbst

In vielen neuen Projekten und Aufgabenstellung braucht man einen langen Atem. Ist das nur ein Spruch oder ist da was dran?

Ich meine ja! Tatsächlich leben wir in einer sympathikotonen Gesellschaft. Wir nehmen uns kaum mehr Zeit, um bewusst zu atmen, zur Ruhe zu kommen. Wie soll es dann gelingen, knifflige, anspruchsvolle Aufgabenstellungen zu lösen – in einem Unternehmen oder in der Gesellschaft als Ganzes?

Der Sympathikus stellt den Organismus auf eine Aktivitätssteigerung ein. Im Zentrum steht – „fight or flight“, es gibt kaum Ruhe- und Regenerationsphasen – „rest and digest“, in denen der Parasympathikus überwiegt.

Und jeder, der in Projekten länger gearbeitet hat, kommt an seine Grenzen, genauso wie diese Gesellschaft an ihre Grenzen stößt, wenn es keine Zeit der Ruhe gibt. Irgendwann wird selbst der kräftige, junge Projektleiter bzw. die stärkste Projektleiterin in die Ruhe gezwungen, in das Reflektieren, in die Temporeduktion. Auch wenn Sie Kinder haben, wissen Sie, dass irgendwann das Feuer aus ist. Bei Kleinkindern ist das meist noch im Fluss – das Anspannend und Entspannen. Je mehr wir allerdings in der aktuellen Form des Wirtschaftens eingebunden werden, desto weniger versteht der Verstand das natürliche Ruhebedürfnis.

Krankheiten aller Art sind nur eine Information, ein Ausdruck dieser ungesunden Art zu „leben“, eigentlich ist es mehr ein Überleben des Einzelnen. Depressionen nehmen extrem zu, Angsterkrankungen steigen, nicht selten werden psychotische Zustände direkt am Arbeitsplatz erfahren. Herzinfarkt, Schlaganfall, usw. – das zwingt ja in Frage: Was brauchen wir noch, um endlich aufzuwachen? Es geht doch nur um etwas ganz Einfaches: Um den Ausgleich von Anspannung und Entspannung, von Aktivität und Ruhe, von Anpacken und Loslassen – im Beruf und in der Familie. Wer nach einer irren Arbeitswoche am Wochenende mit einem irren Tempo mit dem Fahrrad durch die Lande prescht, bleibt im sympathikotonen Zustand. Da kann Körper und Psyche nur eins: IRRE werden. Die Orientierungslosigkeit, die Verwirrung nimmt stetig zu.

Wer Klarheit und Orientierung für sich braucht, schafft am besten einen Ausgleich in sich – von Anspannung und Entspannung. Gesundheit, Wohlbefinden und Glück kann einem nur erreichen, wenn es dafür auch einen Raum in sich gibt.

Der Atem spielt tatsächlich in all dem eine große Rolle. Wenn Sie sich wohlfühlen und gesund sind, haben Sie Kraft und die brauchen Sie für die heutigen Anforderungen, die durchaus machbar sind – mit einem langen Atem.


Kleine Übung: Zählen Sie bei der Einatmung langsam bis drei und bei der Ausatmung bis 4 oder bis 6, dann wieder EIN und zählen bis drei. Machen Sie so fünf Durchgänge. Dann atmen Sie wieder normal. Machen Sie das einige Male am Tag.

Atmen Sie dabei immer durch die Nase!


Wenn Sie Ihrem Atem mehr Aufmerksamkeit schenken möchten, dann besuchen Sie die Atemabende in meiner Praxis. Folgen Sie dem Link.

 

Bildrechte: Meike Schnelting

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