RELATIONSHIP BLOG

Verfasst von Berta Schreckeneder | Kategorien: Beziehungen in Organisationen, Beziehungen zu anderen, Beziehungen zu sich selbst

Haben Sie den Artikel in der Welt: Deutschland braucht eine neue Fehlerkultur gelesen? Schlusslicht Deutschland!
Ich selbst habe bereits hier im Blog mehrmals zum Thema Fehlerkultur geschrieben, ebenso in meinem Buch Projektführung für Profis.

Dass Deutschland Schlusslicht ist, wundert nicht wirklich. Fehlerkultur ist hierzulande eine Kultur der Schuld und keine Lernkultur, wie auch der Autor in dem Artikel schreibt. Wenn Sie auf das Bildungssystem schauen, sehen Sie, wie sehr eine Reform des Denken Lernens notwendig ist. Auswendig lernen wird belohnt, mitdenken kaum erwünscht, differenzieren ist für so manchen Lehrer zu gefährlich. Fehlverhalten wird bestraft – Verweise, Abmahnungen, Gemeinschaft nicht geübt. Freilich gibt es Schulen, die sich bemühen einen bewussteren Weg zu gehen, sicher ist, dass dies nicht die Mehrheit der Schulen ist. Wo also lernt man den Umgang mit Fehlern, das Miteinander im Umgang mit Fehlern?

Das Eingestehen von Fehlern ist die Basis einer gelungenen Fehlerkultur. Also wirklich zu sagen: Ja, das habe ich falsch gemacht. Und dafür trage ich die Konsequenzen – daraus lerne ich.

Das ist nicht einfach – jeder weiß das. Auf Fehler folgten oft schon in der Kindheit Entzug von Aufmerksamkeit, von Liebe und/oder das Kind wurde ernstlich bedroht, wenn es etwas falsch gemacht hat. So werden heute noch kleine Kinder in ihre Zimmer, dunkle Räume gesperrt – um über ihr Fehlverhalten nachzu“denken“. Ein kleines Kind kann das noch gar nicht, aber das wissen so manche Eltern leider nicht. Erziehungsmaßnahmen dieser Form wirken bis in hohe Alter, sofern man sich seiner Verletzungen nicht bewusst wird.

Wenn es also um eine gelungene Fehlerkultur in Unternehmen und im Umgang mit sich selbst geht, stellen Sie fest, dass dies eine Frage der Bewusstheit ist. Der nutzenstiftende Umgang mit Fehlern braucht eine höhere Organisationsbewusstheit und eine größere Bewusstheit im Einzelnen. Betrachten Sie  in sich selbst, in Ihrer Familie, in Ihrem Unternehmen den Umgang mit Fehlern – so sind Sie in der Lage Fehler für sich zu nutzen.

So könnte es sein: Ja, ich habe diesen Fehler gemacht! Dazu stehe ich und dafür trage ich die Verantwortung.

Fehler sind ein Arbeits“material“ – eine bildungstechnische und wirtschaftliche Notwendigkeit.

Die deutsche Fehlerkultur könnte sein: Wir machen Fehler, sprechen darüber und übernehmen Verantwortung.

Es gibt Bereiche – Unternehmen, Familien, Personen, die das bereits machen. Da sind Fehler eine Quelle der Inspiration und die Basis notwendiger Veränderungen.

 

 

 

Bild: Bleistifte Fotolia_163886596_S.jpg

 

 

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