RELATIONSHIP BLOG

Verfasst von Berta Schreckeneder | Kategorien: Beziehungen in Organisationen, Beziehungen zu anderen, Beziehungen zu sich selbst

Denken Sie auch manchmal, dass die Manager ganz schön esoterisch geworden sind? Achtsamkeit, Meditation, Herzensbildung, usw.

Ich habe Herzensbildung in meiner Arbeit mit Führungskräften definiert und sehe es als eine Herausforderung diese umzusetzen. Dabei ist die Herzensbildung gerade in den Beziehungen zu sich selbst und anderen wesentlich.

Die Herzensbildung der Führungskräfte ist eine innere Bildung, ein freundlichen Blick auf alles, was und wer einem umgibt. Sie ist eine Haltung, die man selbst einnimmt. Sie schließt

  • die Idee des Bestmöglichen,
  • den Abschied von Bewertungen, Vergleichen und Verurteilungen, die wichtigen Informationen im Wege stehen und
  • die Bereitschaft zur Einsicht, dass jeder Mensch Fehler macht,

ein.

Jeder gibt unentwegt sein Bestmögliches, denn wenn der Mensch es besser machen könnte, würde er oder sie es tun. Sieht eine Führungskraft einen Mitarbeiter als „das kann er besser“, dann ist das unter Umständen eine „richtige“ Beobachtung. Dennoch lebt und gibt dieser Mitarbeiter das, was er im Augenblick leben und geben kann. Führungskräfte sind dazu auch da, Potentiale zu erkennen und die Mitarbeiter entsprechend zu fördern. Der Boden für die Veränderung ist die Anerkennung dessen: Mitarbeiter geben ihr Bestmögliches.
Mangelnde Kompetenz, Widerstand, Angst oder sonstiges wird die Leistung(-sbereitschaft) einschränken. Eine Führungskraft kann hier – bei Interesse einer längeren Zusammenarbeit – versuchen, das Potential, das Engagement des Mitarbeiters zu fördern. Etiketten auf seine Mitarbeiter zu kleben, wie Faulheit, Inkompetent, ….. führt nicht weit, gerade diese Bewertungen verhindern klare Entscheidungen.

In vielen Unternehmen wird heute von einem Fehlermanagement gesprochen. Gelebt wird oft ein Durcheinander an Schuldzuweisung, unter den Tisch kehren und/oder schnellstmöglich alles wieder gut machen. Meist fehlt eins: Die Einsicht einen Fehler gemacht zu haben. Und diese Einsicht ist grundlegend um in Verantwortung zu gehen und die Konsequenzen zu tragen. In der Praxis ist das Fehlermanagement meist ein Haus ohne Boden.

heart shaped book

Wer als Führungskraft sich in der neuen Führungsliteratur auskennt, immer die aktuellsten Führungsseminare besucht, wird selbst überprüfen können, was es mit einer Herzensbildung auf sich hat. Ohne dieser inneren Bildung, der entsprechenden Haltung ist das erlernte Wissen nicht erfolgreich anwendbar.

 

 

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