RELATIONSHIP BLOG

Verfasst von Berta Schreckeneder | Kategorien: Beziehungen in Organisationen, Beziehungen zu anderen, Beziehungen zu sich selbst

Sind Sie in einem Unternehmen tätig, wo es schon jahrelang einen Konflikt gibt? Unter Umständen spricht keiner den Konflikt offen an oder manche sprechen ihn an, aber so, dass es in jedem Fall überhört wird.

Wie auch immer der Umgang mit Konflikten gestaltet wird, sehr oft braucht es eine professionelle Begleitung, um eingefahrene Beziehungsmuster aus ihrer Erstarrung zu lösen und die Konflikt“umgebung“ wieder aus der eigenen Bequemlichkeit zu bewegen.

Nehmen Sie das Beispiel von zwei Führungskräften, die Hand und Hand gearbeitet haben und sich dann unfreundlich gegenüberstehen. Von Mitarbeitern, Freunden, Gleichgesinnten werden jede Menge Etiketten vergeben. In der Regel positioniert man sich auf einer Seite des Konflikts (einen Konfliktpartner). Schon ist der andere schuld am Konflikt.

Jeder Konflikt wird in der Regel von außen befeuert und schuldig ist automatisch immer der, den man eh sowieso 

  • nicht so gerne hat,
  • der nicht so vertrauenswürdig wirkt,
  • der fachlich weniger versiert scheint,
  • usw.

Eigene Vorlieben, Gewohnheiten und Einstellungen sind die Grundlagen der Etiketten, die man auf andere verteilt.

Interessant sind dann die Geschichten, die aus dem Konflikt von zwei Menschen entstehen. Taucht man darin ein, ist vieles zu finden, was mit den beiden gar nichts zu tun hat. Dieses Verhalten von anderen ist verständlich. Gewinnbringend ist dabei, wenn die „Befeuerer von außen“ ihre Verantwortung im bestehenden Konflikt erkennen.

Gerade dann, wenn die Konfliktpartner Frieden gefunden haben, wird die Umgebung tief verunsichert. Was, wie jetzt – kein Streit mehr? Und jetzt …. richtet sich der Blick wieder auf einen selbst. Sie alle wissen: Der Blick auf andere ist immer einfacher als sich selbst zuzuwenden.

Ich empfehle allen, die einen Konflikt beobachtet haben und sich positioniert haben, sich ihrer eigenen Rolle in einem Konflikt bewusst zu werden, gerade dann, wenn sie scheinbar nicht involviert sind/waren. Sie haben vielleicht doch einiges zum Konflikt beitragen, durch Handeln oder Nicht-Handeln. Nehmen Sie die eigene Verantwortung wahr und befeuern sie nicht etwas, was sich gerade befrieden will.

Und wenn Sie meinen, Sie hätten damit gar nichts zu tun, dann befeuern Sie Ihre Umgebung mit Ihrem Mut freundlich auf einen Konflikt bzw. die Konfliktpartner zu schauen.

 

 

 

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