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Verfasst von Berta Schreckeneder | Kategorien: Beziehungen in Organisationen, Beziehungen zu anderen, Beziehungen zu sich selbst

Das bewusste Einnehmen einer projektorientierten Haltung – ein Muss der guten Projektführung. Doch was ist das eigentlich? Geht es um die Lösung eines Problems oder wollen Sie dem Kunden etwas von Wert schaffen? Wie schaut das Projektteam mit seiner Führung auf die Aufgabenstellung und den Kunden?

Viele von Ihnen kennen das agile Manifest im Projektmanagement. Die Unterzeichner des agilen Manifests schätzen die angeführten Werte auf der linken Seite höher ein als jene auf der rechten Seite.

  • Individuen und Interaktionen stehen über Prozessen und Werkzeugen
  • Funktionierende Software steht über einer umfassenden Dokumentation
  • Zusammenarbeit mit dem Kunden steht über der Vertragsverhandlung
  • Reagieren auf Veränderung steht über dem Befolgen eines Plans

(sh. Wikipedia Link)

Wesentliche Punkte der Darstellung haben mit Haltung, mit den persönlichen und betrieblichen Werten, Einstellungen und Gefühlen zu tun. Der Kunde muss sich bspw. wohl fühlen, sicher fühlen, vertrauen können. Die Einstellung des Kunden zum Projekt ist genauso wichtig, wie meine eigene als Projektleiter bzw. -mitarbeiter. Auch wenn x-Veränderungen notwendig werden, braucht das Projektteam eine offene Haltung im Prozess. Entspannt dem Kunden begegnen, ohne Überheblichkeit und Besserwisserei, dient dem Projekt und allen Beteiligten.

Vier Haltungen, die eben exemplarisch angeführt wurden, sind durchaus herausfordernd:

  • Offenheit
  • Vertrauen
  • Respekt
  • entspannt/flexibel

Von dem abgesehen, dass jeder eine andere Idee und andere Vorstellungen zu diesen Werten hat, ist es für jede linieninduzierte Führungskraft schwer, bspw. offen und mit Vertrauen auf andere zuzugehen. Linie bedeutet i.d.R. Kontrolle. Da ist Offenheit und Vertrauen auf keinen Fall daily business, im Gegenteil. Auch ist Flexibilität ein wirklich abgenutztes Wort, meist steht es innerlich auf starren Strukturen. Flexibel zu sein hat mit einer Leichtigkeit und inneren Sicherheit zu tun, die viele erst einmal in sich finden müssen.

All die Schwimmwesten – noch so versteckt – sie helfen nicht. Eine offene Haltung in einem Projekt – das ist herausfordernd.

Die Haltung der Beteiligten ist die halbe Miete in Projekten, die viele nicht einbringen können.  Bezahlt wird dieser „Mietanteil“ vom Unternehmen mit höheren Projektkosten. Und da Unternehmen bei den Mitarbeitern an dieser Stelle kaum investieren, sind sie auch die richtigen Adressaten, wenn es um die Bezahlung der höheren Projektkosten geht. Haltung braucht Wissen und Training – das kostet. Langfristig können mit diesen Investitionen Projektkosten erheblich reduziert werden. Das macht doch Sinn!

 

 

 

Bild im Beitrag: privat RS NY

 

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