RELATIONSHIP BLOG

Verfasst von Berta Schreckeneder | Kategorien: Beziehungen zu anderen, Beziehungen zu sich selbst

In all den Rollen und Funktionen, die wir Menschen im Leben innehaben, agieren wir oft unbewusst in schwarz-weiß, in gut-böse. In dieser Dualität haben Einzelne wunderbare Erfahrungen in der Liebe, im Spaß. Sie kennen neugieriges Verlangen, Genuss und Ekstase. Genauso vertraut sind schwierige Erlebnisse, wie Konflikte und Verluste. Gefühle, wie Wut, Trauer, Angst und Schmerzen teilen sich die Zeit mit Gefühlen von Glück, Freude und Interesse an anderen. Damit das so ist, wie es in der dualen Welt ist, haben die Menschen die Fähigkeiten des Vergleiches und Bewertens. Viele erleben sich reichlich ausgestattet mit dieser Fähigkeit, sie bewerten und vergleichen fortwährend.

Das unbewusste Bewerten und Vergleichen kann allerdings zu einem unangenehmen Rauf und Runter im Leben führen. Wer von der Sonne immer wieder in den Keller fällt, weiß wie sich das anfühlt und kommt an seine Grenzen – mit sich selbst und mit anderen.  Da hilft sogar das ganze Feiern nach der Arbeit, der Alkohol, das Rauchen, selbst Drogen und Medikamente auf Dauer nicht. Es ist vieles schön im Leben und dann kommt wieder die andere Seite zum Tragen. Das duale Leben eben.

Um in einer dualen Welt frei und wahrhaftig zu leben, braucht es nicht viel. Nur Bewusstsein. Die Klarheit darüber, die Bewusstheit dessen, wer bzw. was das in einem selbst ist, der diese Ups und Downs erschafft und wiederholt.

Wer sich entscheidet, ein gutes und freies Leben zu leben, beginnt vielleicht zu reflektieren, erkennt Muster  und Gewohnheiten. Der nächste Schritt ist die Selbstbeobachtung in der Gegenwart. Er/sie lernt zu beobachten, was gerade im Augenblick gedacht, gefühlt und wahrgenommen wird. Und wer sich selbst beobachtet, fragt eines Tages auch, wer das alles beobachtet. Wer beobachtet den Beobachter?

Wer sich selbst zuwendet, findet sich selbst immer wieder in Erfahrungen von etwas Vollkommenen in einem selbst. Es fühlt sich größer als alles an, was man als up-down-Manager/in, als Persönlichkeit, die man geworden ist, im Theater des Lebens geleistet hat. Es ist ein Gefühl von tiefem Einverständnis, von Frieden mit allem was aktuell im Leben ist. Diese Erfahrungen werden gerne als Einheitserfahrungen bezeichnet. Diese Erfahrungen sind nicht Teil eines esoterischen Marktes oder irgendwelcher spiritueller Spinner. Es ist Teil des evolutionären Prozesses, in dem jeder Mensch immer bewusster wird.

In meiner Arbeit spielt die wertfreie Betrachtung, das bewusste Hinhören bei allen Themen, die mitgebracht werden, eine sehr große Rolle. Würde ich mit Konzepten und Etiketten den Themen dem Einzelnen begegnen, kann Veränderung im Einzelnen nur schwer gelingen. Denn jeder ist absolut einzigartig.

Als Coachin und Therapeutin begegne ich meinen Kunden unmittelbar. Ich arbeite frei von Bewertungen im ganzheitlichen und aktuellen Erfahrungsraum. Darin ist jedes Gefühl, jeder Gedanke, jede Erfahrung, jedes Erleben gleichwertig, gleichberechtigt, gleichzeitig, gleichgültig. Ich blicke auf alle Themen meiner Kunden mit Wertschätzung und Mitgefühl. Die vielen Methoden, die ich im Laufe meines Berufslebens erlernt habe, sind nicht vordergründig, sondern das, was sie sein sollten – Werkzeuge zur Unterstützung meiner KundInnen. Entscheidend ist der Raum in der Zusammenarbeit, in dem meine Kunden bewusster und klarer auf sich selbst schauen können. Darin kann jeder frei entscheiden, was er tun möchte, welchen Weg er/sie jetzt wählen möchte.

 

 

 

 

Bild: Meike Schnelting

 

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